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Akupunktur

Akupunktur ist eine Heilmethode um Ihre Körpersysteme wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Moderne Forschung deutet darauf hin, dass die Akupunkturnadeln dabei gewisse Nervenzentren stimulieren und den Körper über das Nervensystem beeinflussen.

Historische Fakten

Die Akupunktur stammt aus China. Sie ist bereits im Nei Jing, dem klassischen Standardwerk der Chinesischen Medizin, beschrieben. Vermutlich sind Teile davon über 4000 Jahre alt und so dürfte es eine der ältesten Literaturquellen zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sein. Die Verwendung von Nadeln für die Therapie und die Behandlung war schon damals weit verbreitet.

 

Im Vergleich zu unserer modernen westlichen Medizin, die etwa nur 150 Jahre alt ist, blickt die TCM somit auf eine lange Tradition und auf ein therapeutisches System zurück, das viele Jahrhunderte alt ist.

 

Einer der positiven Aspekte von Mao Tse Tung für das chinesische Volk war die Wiederbelebung der Traditionellen Chinesischen Medizin, die in Gefahr stand, in Vergessenheit zu geraten. Mao propagierte den Einsatz von Akupunktur, Kräuter, Massagen. Zum Einen geschah dies aus Nationalstolz zum Anderen aus schierer Notwendigkeit, denn es gab kein Geld und keinen Zugang zu westlicher Medizin. "Barfußärzte" mit oftmals nur minimalem Training wurden zur medizinischen Grundversorgung in die Dörfer geschickt, um im Kampf gegen Krankheit und Krankheit zu helfen.

 

Heute kommt die Akupunktur häufig in chinesischen Krankenhäusern zum Einsatz und in der Zwischenzeit besteht auch eine umfangreiche moderne Literatur zur TCM. Am meisten beeindruckt den Abendländler vielleicht der kombinierte Einsatz von TCM und westlicher Medizin im chinesischen Gesundheitswesen. Dies ermöglicht einen viel flexibleren Ansatz bei der Behandlung. In dieser Hinsicht dürften die Chinesen westlichen Gesundheitssystemen einen bedeutsamen Schritt voraus sein.

 

Aber auch hier im Westen ist Akupunktur in der Zwischenzeit eine bekannte Therapieform und selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sie für eine ganz Reihe von Beschwerden.

 

Was ist Akupunktur?

Die Akupunktur basiert auf dem taoistischen Konzept von Yin und Yang. Das sind zwei Begriffe, die die Polarität unserer Existenz zu beschreiben: Aktivität / Passivität – oben / unten – intern / extern – Wärme / Kälte – voll / leer – Liebe / Hass – Freude / Depression etc. In der alten chinesischen Philosophie und Medizin kann absolut Alles als Yin und Yang definiert werden. Eine gute Gesundheit ist allerdings nur dann möglich, wenn Yin und Yang in einem harmonischen Verhältnis zueinander stehen. Nach der chinesischen Philosophie und Medizin geraten die Energien des Körpers aus dem Gleichgewicht, wenn Yin und Yang in Disharmonie sind. Dann werden wir anfällig für Krankheiten.

Akupunktur hilft somit unsere Körpersysteme auszubalancieren und die Yin-und Yang-Energien zu harmonisieren.

 

Die Lebensenergie, das Qi, des Körpers fließt kontinuierlich rund um das Meridian-System, ein Netzwerk von energetischen Kanälen, die nicht nur die Akupunkturpunkte miteinander verbinden, sondern auch direkten Einfluss auf das Funktionieren der inneren Organe des Körpers hat. Die Akupunktur stimuliert nun mit Hilfe feiner Nadeln ganz spezifische Punkte auf diesen Meridianen um den Körper auszubalancieren, die Selbstheilungskräfte anzuregen und Nerven sowie Organe zu beeinflussen.

 

Die moderne Forschung kann dabei zeigen, dass die Nadeln bestimmte Nervenzentren stimulieren, die über das Nervensystem auf den Körper wirken.

 

Neben Nadeln kommen auch die Akupressur oder die Anwendung von Wärme an bestimmten Punkten zum Einsatz. Letzteres wird Moxa-Therapie genannt.

 

Wann ist Akupunktur sinnvoll?

Durch Ausbalancieren der Körperenergien und die Stimulierung der Selbstheilungskräfte kann die Akupunktur bei einem breiten Spektrum von Krankheiten und Beschwerden eingesetzt werden.

Effektiv hat sie sich bei der Behandlung von schmerzhaften Erkrankungen wie Arthritis, Rückenschmerzen oder Migräne erwiesen. Aber sie hilft auch gut bei hormonellen Störungen, Hautproblemen, Allergien, Atemwegserkrankungen oder Schlaflosigkeit. Die WHO empfiehlt Akupunktur unter anderem bei Sinusitis, Schnupfen, Mandelentzündung, Bronchitis, Asthma, Bindehautentzündungen, Zahnschmerzen, Gastritis, Reizdarm, Koliken, Verstopfung, Durchfall, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Lähmungen nach Schlaganfall, Schwindel, Meniere Krankheit, „frozen shoulder“, Ischias.

 

Normalerweise besteht eine Akupunkturbehandlung aus dem meist schmerzlosen Einführen von feinen Stahlnadeln in etliche spezielle Punkte am Körper. Die Anzahl der Nadeln variiert von wenigen (2-5) bis zu 10 oder 15. Einige Nadeln werden einfach unter der Haut platziert, andere werden tiefer gesetzt. Ihre Verweildauer beträgt im Durchschnitt 15-20 Minuten. Die Anzahl der Sitzungen variiert. Als Regel gilt, je länger die Beschwerden schon bestehen, desto mehr Sitzungen dürften erforderlich sein. Normalerweise wird der nach etlichen Behandlungen beurteilt, wie gut der Patient auf die Therapie anspricht.

 

Sven Sommer setzt die Puls-und Zungen-Diagnose der Traditionellen Chinesischen Medizin, Ohr-Akupunktur, klinische Untersuchungsmethoden und ein umfangreiches Interview in der ersten Beratung (60-90 Minuten) ein. Gegebenenfalls wird er auch Ernährungstipps oder Empfehlungen in Bezug auf Vitamine, Mineralien und Kräutern geben. Gerne kombiniert er Akupunktur mit Homöopathie.